Jetzt oder (K)nie – Teil 4

Gastbeitrag von Lisa Suttner, PT BSc. (www.pmbos.de)

Teil lV: Keep calm and study rehab protocols!
Aber wer ist für die Aufklärung der Patienten/Sportler verantwortlich?  In erster Linie: WIR – das medizinische Personal. Das heißt: Fachärzte (Orthopäden, Sportmediziner), der jeweilige Chirurg, aber auch vor allem DIE THERAPEUTEN und TRAINER! Denn wir verbringen die meiste Zeit der Reha mit dem Patienten. Ergo müssen auch wir auf dem aktuellsten Stand sein und nicht weiterhin empirisch nach Lust und Laune und vor allem ausschließlich nach bloßen Zeitangaben arbeiten. Hat man also nicht die entsprechenden Kenntnisse diese Patientengruppe zu betreuen, sollte man sich entweder über evidenzbasierte Behandlungsprotokolle informieren oder den Patienten einem entsprechend ausgebildeten Kollegen übergeben. Ego-Tour seitens des Trainers/Therapeuten und falscher Stolz sind hier fehl am Platz und schaden am Ende nur dem Patienten.
Möchte ein Patient wieder zurück auf’s Spielfeld, muss er auch dementsprechend vorbereitet werden. Sowohl physisch als auch psychisch. Im Reha-Training reichen Beinpresse, Squats und Einbeinstand auf einem Balancepad (die Sinnhaftigkeit von Training auf wackeligen Unterlagen, sei hier dahingestellt..) nicht aus. Hier müssen vor allem stop-and-go-Bewegungen, Springen, Landen und vor allem sportartspezifische Situationen auf dem Rehaprotokoll stehen.

Nur so können wir den Patienten mehr Sicherheit in ihrem Rehaprozess bieten und das Risiko für ein überstürztes Comeback und erneute Verletzungen eingrenzen. A propos Sicherheit…

Sicherheit und Rückhalt brauchen diese Patienten definitiv auch, wenn es um das Vertrauen in den eigenen Körper und die Zukunft geht. Gerade ein VKB-Rehaverlauf kann sehr emotional für den Patienten sein; vor allem wenn es sich um Sportler handelt, die ihre „Karriere“, sei es im Amateurbereich, hobbymäßig oder im Leistungsbereich, als bedroht ansehen. Es kommt immer wieder zu Rückschlägen, Frustrationen, Ängsten vor einer erneuten Verletzung oder Leistungseinbußen. Die Patienten haben oft das Gefühl der Rehaverlauf stagniert. Gerade dann brauchen diese Menschen, einen geschulten Therapeuten/Trainer, der über das Ausmaß dieser Verletzung, die Folgen, die Risiken aufklärt und auf den harten Rehaprozess vorbereitet.

Abschließend bleibt also zu sagen: Die Verantwortung liegt nicht nur beim Patienten, sondern auch bei uns Therapeuten und Trainern! Wir müssen verstärkt als Coach fungieren, der beim Rehaverlauf unterstützt, Rat gibt, Ergebnisse gemeinsam mit dem Patienten checkt, evaluiert und vor allem: den Patienten Stück für Stück wieder zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gegenüber seines eigenen Körpers führt.

Lisa Suttner ist Physiotherapeutin BSc. und lebt in Amberg, OberpfalzO7a4rvdY_400x400

Lisa beschäftigt sich neben der Physiotherapie mit Sport aller Art, Forschung und Rehabilitationskonzepten. Bei der PMBOS ist sie unter anderem der Spezialist rund um Kreuzbandverletzungen. Kontaktiert Lisa jederzeit gerne unter lisa.suttner@pmbos.deoder auf Twitter.

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