Sprache und Körperhaltung?

Warum sich Sprache mehr mit Körperhaltung verbindet als viele glauben?!

Gastbeitrag von Julia Schart, PT BSc. (Flowmotion Sportsmed)

Für viele Außenstehende ist mein Weg bis dato alles andere als „geradlinig“ verlaufen. Tatsächlich war mein bisheriges Leben eher von Sprache geprägt (Sprachenzweig in der Schule, Abschluss im Bereich Fremdsprachenkorrespondenz, abgeschlossenes Hochschulstudium der Sprachwissenschaft und Kommunikation) – und dann — Bäm — Physiotherapie?! — Der soziale Abstieg? Wieso zum Teufel studiert man denn dann nicht gleich Medizin?

Um Himmels Willen, was haben all diese Berufsfelder nur miteinander zu tun? – Nichts, Niente, Nothing! So zumindest reagierten viele Menschen aus meinem Umfeld als sie von meinen neuen Plänen erfuhren. Betrachtet man den klassischen Weg des PT in seiner bloßen Rolle als angestellter ‘Praxistherapeut’ mag dies vielleicht tatsächlich stimmen. Denn an dieser Stelle brauchen wir uns nicht selbst belügen, wenn man die aktuelle Berufssituation im Gesundheitswesen in Deutschland betrachtet.

Verfolgt man demgegenüber jedoch seine individuellen Ziele und ist zudem bereit, für das begonnene Projekt, gerade zu stehen – sowie bereits bestehende berufliche Fähigkeiten mit neuen zu verknüpfen, mag sich das Gesamtbild des PT um 180° wenden. Als Quintessenz ergeben sich neue Möglichkeiten, neue Wege, neue Ideen, die zusammen mit den richtigen Menschen aus seinem beruflichen Netzwerk tatsächlich realisierbar sind. Den eigenen Visionen sind dabei keine Grenzen gesetzt! Das bedeutet gleichzeitig, dass es kein standardisiertes post-examiniertes Berufsbild in dieserlei Hinsicht gibt, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht und persönlich mehr als den Standard erreichen möchte!

Doch, um nochmals auf meinen linguistischen Background zurückzukommen. Völlig unverhofft war es vor einigen Jahren mein damaliger Schulleiter, der mich ‘wachrüttelte’ und mir erklärte wie wichtig Sprache und Kommunikation in der Physiotherapie seien. Er bedauerte zudem, dass diese Disziplinen im derzeitigen PT-Lehrplan bisweilen nahezu ungeachtet blieben. Ja selbst im PT-Studium wurde dieser Thematik nur spärlich Beachtung geschenkt. Aber was um alles in der Welt beeinflusst denn das körperliche Auftreten eines Menschen und dessen Interaktion mit seiner Umwelt? Genau! Eben gerade diese Merkmale wie z.B. Sprache, Mimik, Gestik, Körpersprache, Körperhaltung und vor allem das eigene Denken – das mentale Sprachrohr im Oberstübchen. Das eigene Denken beeinflusst die Körperhaltung ebenso wie die eigene Körperhaltung das persönliche Denken beeinflusst! Beides sind reziproke Verbindungen, die nicht voneinander trennbar sind. Und darum geht es doch grundsätzlich im Sport oder in der Physiotherapie. Haltung zeigen! Quod erat demonstrandum! Just mit diesen Gedanken schließt sich der Kreis und zeigt in groben Umrissen wie eng gedachte und gesprochene Wörter mit Physiotherapie verbunden sein können!

Der gemeine PT, in der Gestalt des staatlich geprüften Bewegungsspezialisten, versucht nun seit Jahrzehnten Menschen anhand spezieller lokaler Techniken ‘geradezubiegen’, ‘einzurenken’ oder zu ‘mobilisieren’, um es mal im Volksmund auszudrücken! Warum? Wenn doch der Mensch an sich ein ganzheitliches Konstrukt bildet, welches sich aus physischer und mentaler Einheit zu einem Ganzen formiert! Ein lebendes Gebilde, dessen Haltung durch die innere Einstellung und die alltägliche Denkweise programmierbar ist. – Um hiermit einen möglichen Shitstorm zu verhindern, möchte ich natürlich anmerken, dass es im 21. Jahrhundert immer mehr Therapeuten gibt, die ihr tägliches (Be)handeln am Menschen überdenken und hinterfragen. Und von diesen Therapeuten, Trainern und andere Spezialisten im Gesundheitswesen braucht die Welt mehr mehr mehr…

 

726e8cf7-10d3-40b3-b4b0-85be1cd94ec4Julia Schart ist Physiotherapeutin BSc. aus Bayern. 

Sie beschäftigt sich neben der Physiotherapie mit Journalismus, Motivation, Fitness, sowie Marketing. kontaktiert sie gerne unter flowmotionsportsmed@web.de | auf Instagram oder folgt Julia’s Buchtips.

Vielen Dank für Deinen Beitrag! 

 

 

 

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